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Gut ein Jahr ist es mittlerweile her, dass ich mein Elternhaus in Luzern verlassen habe, um in die grosse weite Welt (Zürich) hinaus zu ziehen und endlich mit meinem Studium zu beginnen. Gefühlte tausend Mal habe ich seit diesem neuen Lebensabschnitt die Frage „Ja was studierst denn du jetzt eigentlich“ beantworten müssen und gefühlte tausend Mal hat keiner so wirklich genau verstanden, was und wieso ich das mache. Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaften. In der Zwischenzeit habe ich eine kleine Liste mit den Top 3 Reaktionen auf meine Studienwahl:  

1. Kommunikation. Ja, du bist ja schon irgendwie kommunikativ.

2. Medienstudenten, sind das nicht die, die faul sind und lieber ein langweiliges Studium haben, als viel zu lernen?

3. Medien- und Kommunikation - da findet man doch keine Arbeit später.

Bis vor kurzem war ich mit meinem Latein so am Ende, dass ich manchmal einfach nur noch auf mein Nebenfachstudium in Rechtswissenschaften verwiesen habe – das versteht jeder und ist gesellschaftlich als eine solide Ausbildung akzeptiert. Seit meinem Beginn als Trainee bei contcept fällt mir das alles jedoch ein bisschen leichter. Denn mit dem Verweis auf meine ausserstudentische Tätigkeit, lässt sich so einiges erklären:

 Ja, ich bin kommunikativ. Ich glaube in der Kommunikationsbranche ist das ein Muss. Im meinem Studium lerne ich jedoch nicht wirklich, wie man kommuniziert. Wieso auch etwas so praktisches auf simple Theorien reduzieren? Kommunizieren, das lerne ich bei meiner Arbeit bei contcept – Am Telefon, im Kundenkontakt und via Mail. Dass es faule Studenten gibt möchte ich nicht abstreiten. Die Tatsache, dass ich mich in meinem ersten Bachelorjahr bereits um eine Praktikumsstelle bemüht habe, sollte aber zeigen, dass man nicht immer verallgemeinern kann. Medien- und Kommunikationswissenschaften sind Sozialwissenschaften oder auch sogenannte „Bindesstrichwissenschaften“. Im Klartext bedeutet das, dass mein Studium sehr bunt gemischt ist und sich bei allen Bereichen der Wissenschaft bedient. So kenne ich alle namhaften soziologischen Theorien, weiss über die Mediengeschichte, die Macht der Medien und die Wirkung auf deren Leser Bescheid, bin jedoch auch sattelfest in Statistik und weiss vieles über methodisches Forschen. Ich finde es eben nicht langweilig, sondern spannend Einblicke in so viele Bereiche zu kriegen. Nebst den Rechtswissenschaften, dem Medizin- oder dem Wirtschaftsstudium gibt es auch viele Studiengänge, die auf keinen exakten Beruf hinauslaufen. Das sollte aber nicht heissen, dass ein Studiengang deswegen nutzlos oder weniger wert ist. Viele Berufe, gerade auch in der Kommunikationsbranche, zielen nicht auf ein bestimmtes Studium ab. Ob ich das, was ich in meinem Studium lerne, in meinem späteren Beruf benötigen werde? Sehr wahrscheinlich nicht. Doch was man meiner Meinung nach in einem Beruf benötigt, ist Weitsicht und das wird mir mit auf den Weg gegeben. Die effektiv geforderten Fähigkeiten eigne ich mir im Rahmen meines Praktikums an. Auch der Vorwurf später arbeitslos zu werden, ist seit meinem Beginn bei contcept etwas wackelig. Ich denke, eine Praktikumsstelle wie diese ist bereits ein erster Weg, um den Fuss in die Arbeitswelt zu setzen.

So bietet mir die Stelle bei contcept nicht nur eine enorm grosse Chance viel zu lernen, sondern eben auch endlich die richtige Antwort darauf, was ich den eigentlich in meinem Leben mache.

Um es mit den Worten eines Studenten einer anderen Fakultät zu beenden: „Du bist ja gar nicht so planlos, wie man es von diesen Medienstudenten immer hört.“