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PR-Agenturen haben nicht unbedingt einen guten Ruf. Um es mal überspitzt zu sagen: Viele denken, wir machen Werbung – aber auf eine ganz tückische Art, nämlich indem wir Journalisten „bestechen“, damit sie über unsere Kunden schreiben. Oder noch schlimmer: Wir lügen und erfinden Geschichten, um in die Medien zu kommen. Wie so manche Hollywoodstars, die eine skandalöse Beziehung vorspielen. Oder wie der unbezahlte neuseeländische UNO-Praktikant, der am Genfersee zeltete – angeblich aus Geldmangel.* Wegen solcher Aktionen werden wir oft als PR-Fuzzis bezeichnet, die sich den ganzen Tag nur PR-Gags ausdenken. Storytelling eben – Märchen erzählen.

Märchen? Aber nicht doch! Ich will nicht leugnen, dass es das gibt. Doch eigentlich sind die PR ein sehr ehrlicher Beruf. In der PR-Branche wurden ausführliche Kodizes entwickelt, die sich stark am Pressekodex orientieren. Der Journalismus geniesst aufgrund der Pressefreiheit grosses Vertrauen in der Bevölkerung, er ist glaubwürdig – und kritisch. Aus diesen Gründen ist es auch gar nicht so leicht, einen Kunden mit seinen Produkten in die Medien zu bringen. Denn der Journalist wählt nicht nur aus, sondern es steht ihm auch frei zu entscheiden, was er aus den Medienmitteilungen macht. Wie er darüber schreibt. Andererseits ist der Journalist aber oftmals auch dankbar für Themenvorschläge. Und davon können wir PRler oft reichlich bieten. Unsere Aufgabe ist es, die spannenden Themen zu finden, sie aus unseren Kunden heraus zu kitzeln. Die Kunden kennen ihre Geschichten, wissen aber oft nicht, dass es welche sind. Wie heisst es so schön: „Jeder Mensch hat eine Geschichte, die es zu erzählen lohnt.“ So ist es auch mit Marken. Wir erfinden keine Geschichten, sondern verstehen es, wahre zu erzählen. Das ist Storytelling. Das ist, was wir tun.

 

* Er war übrigens nicht wirklich pleite, sondern wollte auf die Scheinheiligkeit unbezahlter Arbeit aufmerksam machen.

von Ann-Katrin Abt