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Wie Redaktionen ticken, scheint für viele Unternehmen und PR-Abteilungen ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Hier der 3. Teil der Anleitung zum Umgang mit Redaktionen.

Zielgruppe des Mediums kennen

Die Zielgruppe eines Blattes ist deshalb extrem wichtig, weil das Selektieren eine der Hauptaufgaben von Journalisten ist. Also das Herausfiltern der News, die ihre Zielgruppe besonders interessiert. Und was das sein könnte, lässt sich auch von aussen gut abschätzen. Voraussetzung ist, dass man sich Zeit nimmt, sich mit dem jeweiligen Blatt beschäftigt und gut vorbereitet auf die Redaktion zugeht. Das wirkt Wunder.

Gute PR-Leute kennen ihre Aufgabe

Was macht nun die guten PR-Leute zu guten? Erstens haben gute PR-Profis ein klares Rollenverständnis. Sie kennen ihre Aufgabe genau und arbeiten professionell. Ihnen ist bewusst, dass sie einzig und allein ihr Unternehmen gut vertreten müssen und ihrer Firma nicht noch Schaden zufügen, indem sie persönlich als Störfaktor wirken. Das ist nämlich dann der Fall, wenn ein Journalist eigentlich gerne bei einer Firma eine Information einholen würde, aber leider der Pressesprecher selbst wie eine Barriere wirkt. Oder weil er immer nur so langsam reagiert, so umständlich ist oder nur so schwer zu erreichen ist, dass man lieber gleich die Konkurrenzfirma anruft.

Unveränderbare Redaktionsabläufe

Weitere Eigenschaften guter PR-Leute: Sie wissen, wie Redaktionen funktionieren, sie kennen ihre manchmal komplizierten, aber absolut unabänderlichen Abläufe, Organisationen, Hierarchien und Zuständigkeiten. Es kann ja stressig sein, wenn man nur zwei Stunden Zeit hat, um ein Zitat eines Managers einzuholen, aber wenn die Nachrichtenlage in dem Moment dessen Kommentar erfordert und der Druckschluss naht, hat auch die Redaktion selbst keinen Spielraum. Gute PR-Experten kennen die verschiedenen Blätter, deren jeweilige Zielgruppen und wissen vor allem eine Menge von ihren eigenen Kunden.

Erreichbarkeit – schnell reagieren

Gute PR-Leute kennen also ihre Aufgabe genau und sind einsatzfreudig. Notfalls von einer Minute auf die andere. Sie wissen, wie hektisch es im Redaktionsalltag zugehen kann. Sie signalisieren sofort: „Ich hab verstanden, ich besorge jetzt sofort die Fakten, die Sie brauchen.“ Schliesslich bietet die Verlegenheit einer Redaktion die Chance, im Handumdrehen den Kunden ins Blatt zu bringen.

Mancher Manager braucht sich nicht zu wundern, dass immer nur sein Konkurrent in der Presse auftaucht – aber er nicht. Vielleicht liegt es einfach daran, dass der Schutzwall aus Sekretariat, Pressestelle und Presseagentur um ihn herum so hoch ist, dass ohnehin kein Journalist an ihn herankommt.

Es gibt also Firmen, bei denen man als Redakteur schon vorher weiss: Dort macht man alles möglich, um das erbetene Statement vom Chef schnell zu besorgen. Und es gibt Firmen, bei denen die Generalhaltung der Medienstelle lautet: Ich tue alles, um die Presse zu behindern.

Korrigendum nur im Notfall

Verlangen Sie keine Berichtigung bei einem kleineren Fehler in einem Artikel über Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt, welchen die Leser vielleicht nicht einmal bemerken. Besser ist es, nur bei groben Fehlern oder falschen Zitaten eine Richtigstellung zu verlangen, damit die gute Beziehung zum Journalisten auch in Zukunft erhalten bleibt.

Helen Stacher