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Werbekennzeichnung im Influencer Marketing

Zwischen der aktuellen Abmahnwelle und dem Vorwurf der Schleichwerbung auf Instagram werden Nutzer geradezu verfolgt von den Hashtags Anzeige, Werbung und Ad. Es gibt nicht zwangsläufig signifikant mehr Werbung auf dem Kanal, sondern es herrscht unter Bloggern und Influencern extreme Unsicherheit was in welcher Form gekennzeichnet werden muss und wo es Grauzonen gibt. Auch sind die Richtwerte in der Schweiz weit weniger bekannt und werden auch nicht, wie in Deutschland, gerichtlich verfolgt.

 

 

First Things First

Grundsätzlich gilt, alles was eine Werbebotschaft beinhaltet muss auch als solche gekennzeichnet werden. Selbstgekaufte Produkte sind von den Richtwerten ausgenommen. Wenn das Produkt an sich im Mittelpunkt des Posts, handelt es sich laut Experten um Werbung im engeren Sinne, ist das Produkt lediglich Gegenstand des Posts spricht man von einer Produktplatzierung. Ob der Beitrag als solcher vergütet wird oder nur die Produkte von dem beworbenen Unternehmen gestellt werden, ist für die Kennzeichnung unerheblich. Die Hashtags ad, sponsoredby und powerdby sind für die Kennzeichnung nicht ausreichend. Lediglich die Bezeichnungen Werbung und Anzeige sind sicher und dürfen auch als Hashtag verwandt werden. Wichtig ist zusätzlich, dass die Kennzeichnung offensichtlich ist und nicht etwa in einer Wolke aus Hashtags untergeht. 

Better save than sorry

Im Zuge der Umsetzung der Wettbewerbszentrale und des Verbands Sozialer Wettbewerb sind einige Blogger dazu übergegangen allen Beiträgen, denen Produkte oder Verlinkungen entnommen werden können, mit der Kennzeichnung Werbung zu versehen und diese mit einem Zusatz zu versehen. Bloggerfreunde kennzeichnen gemeinsame Fotos so etwa mit dem Hashtag Werbung, erklären diesen aber dann mit einem Zusatz, sodass für die Leser ersichtlich ist, dass es sich um ein unbezahltes und eigentlich unnötig markiertes Posting handelt. Blogger, die gelegentliche Kooperationen eingehen und dies auch kennzeichnen, müssen durch die neuen Gesetzte damit rechnen, dass ihnen unterstellt wird, für jeden Post bezahlt zu werden und generell keine Produkte der Marke mit ihrem eigenen Geld bezahlt zu haben und somit alle ihre Beiträge kennzeichnen zu müssen. Um Abmahnungen und Geldbussen zu entgehen bietet es sich demnach an, die Kennzeichnungen zu beachten und gegebenenfalls zu Erklären um was für eine Art von Werbung es sich handelt, also den Zusatz unbezahlt oder Nennung hinzuzufügen.